Parlamentshistorische Ausstellung des Deutschen Bundestages

Neue Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt

Parlamentarische Demokratie
Parlamentarische Demokratie
Parlamentarische Demokratie
Parlamentarische Demokratie

Ab heute haben die von uns komplett neu gestalteten Ebenen 2 und 3 im Deutschen Dom Berlin für Einzelbesucher geöffnet. Auf der in den letzten Monaten von Archimedes Exhibitions neu inszenierten Ausstellungsfläche können BesucherInnen auf eine historische Reise gehen; sie bekommen hier die Möglichkeit, sich umfassend über die Geschichte von 1871 bis zur Deutschen Einheit 1990 zu informieren. Historische Objekte, multimediale Stationen, Grafiken, Hands-on Exponate und Installationen wechseln sich ab, dabei gibt es zu jeder Epoche vertiefende Textebenen und originales Ton- und Bildmaterial. 

Der Inhalt:

Die Ausstellung zeigt auf insgesamt 800 qm anschaulich die Bedeutsamkeit des Parlamentarismus für unsere Demokratie – und ebenso seine Fragilität. 

Es geht dabei zunächst um den Parlamentarismus im Kaiserreich und die Entwicklung des Wahlrechts in Deutschland. Bezüge zum Jetzt und dem heutigen Wahlsystem werden immer mitgeliefert, auf der Nebenspur laufen immer auch die Geografie des Deutschen Reiches und seine sich verändernden Grenzen mit. Kriege werden beleuchtet und ihre Auswirkungen auf das Land und die politischen Strömungen geschildert. 

Als Symbol deutscher Parlamentsgeschichte werden im Ausstellungsrundgang die Bedeutung, die architektonischen Veränderungen und später auch die Zerstörung des Reichstags erklärt: Ein Gebäude, das wohl wie kein anderes in Deutschland für unser politisches System steht. Von seiner Eröffnung 1894 über die Brandstiftung im Jahr 1933 geben Modelle und Fotodokumente eine historische Einführung in seine Architektur im Wandel der politischen Strömungen. Die BesucherInnen erleben so sehr anschaulich, wie schnell eine antidemokratische Kraft demokratische und soziale Errungenschaften innerhalb kürzester Zeit zunichte machen kann, dramaturgisch im Bereich “NS-Staat” inszeniert.

Das Ende des Ausstellungsrundgangs bildet der Scheinparlamentarismus sowie die Friedliche Revolution der DDR. Auch hier geht es u.a. wieder um Politik und Architektur, dieses Mal sinnbildlich durch den Palast der Republik und die Arbeit der Volkskammer darin aufgegriffen, Redezitate und Filmaufnahmen versetzen die Betrachtenden hier in eine Zeit des großen Umbruches.

Die Ausstellung ist dicht und zugleich kurzweilig, da sehr abwechslungsreich in der Gestaltung. Diverse vertiefende Informationsebenen ermöglichen ganz individuelle Rundgänge und Erschließungen von Inhalten.

Die Gestaltung:

Die Ausstellung befindet sich in einem der bedeutendsten Bauwerke Berlins, im Deutschen Dom mitten auf dem Gendarmenmarkt. 

Szenografisches Leitmotiv des gesamten Rundganges ist das Grafikband, es fungiert als Grundträger der Vermittlungsebenen und verbindendes Gestaltungselement auf allen Ausstellungsebenen. Je nach Kontext wird es eingerollt, aufgebrochen, zerteilt oder zerstückelt. So zerreißt es sinnbildlich im Bereich der NS-Zeit, um auch grafisch auf das Zerschlagen der Demokratie durch Adolf Hitler einzugehen. Im nachfolgenden Ausstellungsbereich ist es zerstückelt, während Trümmerfrauen an der Wand ihre Aufbauarbeit leisten. In dem Abschnitt zur DDR dann teilt es den Raum. 

Auch farblich spielt Archimedes Exhibitions mit Bezügen zu den historischen Inhalten. So greifen die DesignerInnen z.B. zu Bauhaus-Farben und Elementen im Abschnitt zur Weimarer Republik, oder aber zu dunklen, grau-schwarzen Motiven und Grafiken, die an der Wand und auf den Böden neben künstlerischen Installationen auf die Ereignisse und den Größenwahn Hitlers und seiner Parteigenossen Bezug nehmen. Das Ende der Ausstellung endet mit der Wiedervereinigung, hier haben sich die DesignerInnen für knallige Neonfarben entschieden, die die Betrachtenden noch einmal wachrütteln und die Ausstellung auf diesen Ebenen mit einem Lichtblick, auch nach der furchtbaren und erschütternden Zeit um den 2. Weltkrieg, enden lassen.

Mehr Informationen und Möglichkeit zur Anmeldung:

https://www.bundestag.de/deutscherdom