Kunst am Bau

Ein Möbius Kaleidozyklus für das Okinawa Institute of Science and Technology

Möbius Kaleidocycle
© OIST
Möbius Kaleidocycle
© OIST

Am Osterwochenende wurde am international renommierten Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) in Japan unsere neueste Arbeit eingeweiht: die kinematische Skulptur eines Möbius-Kaleidozyklus. Dieses Projekt ziert nun als Kunst am Bau das Foyer der Mathematics, Mechanics, and Materials Unit und schlägt dort eine optische Brücke zwischen Wissenschaft und Ästhetik.

Möbius-Kaleidozyklen gehören dem Gebiet der Kinematik an und wurden weltweit zum ersten Mal 2018 in einem wissenschaftlichen Paper von den OIST-Forschern Johannes Schönke und Eliot Fried beschrieben. Ihre Entdeckung kann in Zukunft für die Arbeiten in den Fachgebieten Maschinenbau, Robotik, Chemie, Physik und Mathematik von einiger Bedeutung sein. Zur Erklärung: Kaleidozyklen sind Ringkörper, die aus einer Kette von Polyedern bestehen. Im Fall eines Möbius-Kaleidozyklus hat ihre kettenartige Ringverbindung zudem die Form und Topologie eines Möbiusbandes, das keine Vorder- und Rückseite besitzt und somit nicht orientierbar ist. Es besteht aus nur einer Kante und einer Seite, sodass nicht zwischen unten und oben oder innen und außen unterschieden werden kann. Das macht es als Objekt auch für Besucher*innen so spannend.

Bei der von uns nach ersten Prototypen der Wissenschaftlern nun gefertigten kinetischen Skulptur mit ca. 2 Metern Durchmessern sorgen nach vielen Testläufen in unserer Werkstatt nun ein speziell implementierter Riemenantrieb sowie perfekt austarierte Scharniere dafür, dass die geometrischen Formen nicht frei im Raum schwingen, sondern gezielten Bewegungen folgen, ohne sich dabei gegenseitig zu behindern. Aufgrund der Pandemie kam zur Konstruktion noch die Schwierigkeit des Aufbaus hinzu, da unser Team nicht nach Japan fliegen konnte. Wir haben somit nicht nur sämtliche Einzelteile der Installation, sondern auch eine 120-seitige Aufbaudokumentation in den Flieger gesetzt.